Noriyuki HaraguchiDer japanische Knstler Noriyuki Haraguchi verblffte 1977 die Besucher der documenta 6 mit einer ungewhnlichen Arbeit. Eine groe, schwarz gestrichene Stahlwanne dominierte den von Haraguchi gestalteten Raum. Die Wanne war mit Altl gefllt und zeigte dem Betrachter eine stark glnzende, bewegungslos opake Oberflche, die eine enorme schwarze Tiefe suggerierte und auf die Idealvorstellung einer ruhigen, glatten See verwies. Aus einem banalen Abfallprodukt
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Der japanische Künstler Noriyuki Haraguchi verblüffte 1977 die Besucher der documenta 6 mit einer ungewöhnlichen Arbeit. Eine große, schwarz gestrichene Stahlwanne dominierte den von Haraguchi gestalteten Raum. Die Wanne war mit Altöl gefüllt und zeigte dem Betrachter eine stark glänzende, bewegungslos opake Oberfläche, die eine enorme schwarze Tiefe suggerierte und auf die Idealvorstellung einer ruhigen, glatten See verwies. Aus einem banalen Abfallprodukt hatte Haraguchi ein Bild von großer Klarheit geschaffen. Dabei verwies der Künstler sowohl auf die radikalen Setzungen der Minimal Art als auch auf die großen spiegelnden Lackflächen, wie sie in der traditionellen japanischen Architektur Verwendung finden. Auch in seinen anderen skulpturalen Arbeiten kreist Haraguchi um diese beiden Extreme - die modellhafte Nachbildung realer Gegenstände und die konkret gewordene Oberfläche. Der Catalogue raisonné präsentiert Arbeiten Haraguchis aus 38 Jahren; er stellt ein Werk vor, das elementare Intentionen der Skulptur der sechziger und siebziger Jahre verkörpert und zugleich geprägt ist von einem Bewusstsein historischer und geografischer Identität. Zum Künstler: Noriyuki Haraguchi *1946 in Yokosuka, Japan. Er studierte Kunst an der Nihon Universität, spezialisierte sich dort zunächst auf Ölmalerei. Seit 1968 nahm er an einer Vielzahl von Einzel- und Gruppenausstellungen in Japan, den USA und in Europa teil. Ausstellung: Städtische Galerie im Lenbachhaus, München 28.4.- 22.7.2001